Haben wir bald alle Dusch-WCs?

Was in Japan schon längst zur Normalität geworden ist,
findet hierzulande immer mehr Anklang

Morgenroutine: Der Wecker klingelt und der erste Gang führt uns meist in Richtung Bad. Eine unangenehme Kälte beim Hinsetzen vermiest einem besonders an kühleren Tagen den morgendlichen Toilettengang. Doch damit nicht genug: Der Mitbewohner hat auch noch vergessen Toilettenpapier nachzukaufen… Diese und einige weitere alltägliche Toilettenprobleme gehören womöglich auch bald in Deutschland der Vergangenheit an. Hier erfahren Sie, was sie über die neuartigen japanischen Toiletten wissen müssen, die in der westlichen Welt wohl bald das Bidet ablösen werden.

Wer hat’s erfunden?

Nicht die Japaner, wie manch einer vermuten mag, sondern: Die Schweizer! Obwohl heute nur etwa 10 % der Schweizer das sogenannte „Washlet“ nutzen – dennoch 10mal häufiger als in Deutschland – hat dieses besonders in Japan großen Anklang gefunden. Ob dies nun kulturell oder technologisch begründet ist, lassen wir an dieser Stelle offen. Fakt ist, dass über die Hälfte aller Haushalte in Japan eine solche Toilette besitzt. Zudem wird diese auch in öffentlichen Einrichtungen wie Einkaufszentren oder Restaurants verbaut. Vor einigen Jahren noch stark belächelt, erfreut sich das Dusch-WC nun auch in der westlichen Welt steigender Beliebtheit. Doch wieso sollten Sie sich gerade eine solche, meist nicht günstige Anschaffung zulegen? Hier kommen ein paar Gründe, die für den Kauf eines Washlets sprechen.

Was kann die Toilette von morgen?

Hierbei kommt es natürlich auf das jeweilige Modell an. Wir möchten euch dennoch einige beliebte Funktionen nicht vorenthalten:

  • Absenkautomatik für ein sanftes Schließen
  • WC-Sitz-Heizung auf Körpertemperatur
  • Handliche Fernbedienung
  • Gesäßdusche für den hinteren Intimbereich
  • Lady-Dusche für den vorderen Intimbereich
  • Warmluftföhn (mit regulierbarer Temperatur)
  • Pulsierender Strahl mit an- und abschwellender Strahlstärke
  • Integrierte Geruchsabsaugung
  • Beschichtete Keramik, an der Schmutz und Kalk abperlen
  • Orientierungslichter
  • Thermische Reinigung mit 70°C heißem Wasser über mehrere Minuten

Welche Hersteller gibt es und was kostet mich das Washlet?

Unangetastete Nummer 1 auf dem Weltmarkt für Washlets ist der Namensgeber „TOTO“. Der japanische Hersteller hat es mit seinen funktionsreichen Toiletten bereits ins Guiness Buch der Rekorde geschafft. Im westlichen Raum ist Geberit Marktführer. Doch auch Keramik- und Sanitärprodukthersteller wie Villeroy & Boch versuchen sich seit geraumer Zeit auf dem Markt für Dusch-WCs, was für einen wachsenden Markt sorgt. Ob sich die Anschaffung tatsächlich lohnt, hängt von einigen grundlegenden Faktoren ab. Bei einer ohnehin anstehenden Badsanierung unterscheidet sich ein herkömmliches preislich nicht wesentlich von einem Dusch-WC. Sollte jedoch ein Altbaubad saniert werden und dies mit größeren Umbauten für die Wasser- und Stromversorgung sein, so kann die Rechnung womöglich deutlich höher ausfallen.
Bei den Washlets wird zwischen Aufsätzen und Komplettsystemen unterschieden. Bei den Aufsätzen geht es bei etwa 300 Euro los, Komplettsysteme sind etwa ab dem dreifachen Wert zu haben.

Welche Vor- und Nachteile bietet ein Dusch-WC

  • + Angenehme Sitztemperatur
  • + Schonender für die Haut
  • + Umweltfreundlicher (kein Toilettenpapier notwendig)
  • + Hygienischere Reinigung
  • + Gerüche werden abgesaugt
  • + Lässt sich individuellen Bedürfnissen anpassen
  • + Gerade bei Behinderungen oder im hohen Alter hilfreich
  • – Unter Umständen hohe Mehrkosten bei Neuanschaffung

Trotz der vielen Vorteile passt das Dusch-WC nicht zu jedem Haushalt in jeder Lage. Wer auf Komfort im Bad keinen großen Wert legt oder bereits vor kurzem ein herkömmliches WC gekauft hat, dem ist eher davon abzuraten. Alle anderen Interessenten sollten zumindest einmal den Schritt wagen und die Toilette von morgen ausprobieren. Denn Probieren geht bekanntlich über Studieren.

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