Unser Trinkwasser

Wie viel verbrauchen wir täglich, wo kann man einsparen und dazu noch gleichzeitig unsere Umwelt schonen?

Tag ein, Tag aus, Hahn auf, Hahn zu. Fließend Wasser ist heutzutage kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken. Streikt die Wasserleitung oder das Warmwasser, so bricht meist Panik aus. Das Geschirr, die Wäsche, die tägliche Dusche, das Händewaschen… und das ist nur ein Teil der Dinge, die ohne sauberes Wasser ausbleiben. Zwar ist die Wassermenge pro Kopf und Tag in den letzten 15 Jahren um etwa 18 % auf 120 Liter gefallen, doch wofür nutzen wir diese dennoch nicht gerade unbeträchtliche Menge an Trinkwasser? Und was noch viel wichtiger ist: Wo können wir am besten sparen und dazu noch unsere Umwelt schonen?

Wasser marsch? Nein. Wasser stopp? Auch nicht!

Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) werden nur 17 % der zur Verfügung stehenden Trinkwassermenge tatsächlich genutzt. Dies ist ein großes Problem, denn durch die geringe Auslastung müssen die Kanalsysteme regelmäßig durchgespült werden, um Rückstände zu beseitigen. Dies wird besonders durch den Wegzug vieler Menschen aus den ländlichen Gegenden und dem demographischen Wandel begünstigt.
Aber auch zu viel Sparen treibt hier die Kosten nach oben: Das Durchspülen der Kanäle ist so aufwendig, dass letztlich die Kosten hierfür an den Endverbraucher weitergegeben werden – unter anderem bedingt durch zu viel Wassereinsparungen. Doch sollten wir wirklich auf das Wassersparen verzichten? „Das Umweltbundesamt (UBA) verneint dies klar. Die Bürger seien weiterhin dazu angehalten, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Um notwendige Spülungen und einen eventuell langfristig bevorstehenden Umbau der Netze haben sich die Versorgern zu kümmern, nicht der Otto-Normal-Verbraucher, so die UBA.

Kaltes Wasser sparen ist nur heiße Luft

Zwar ist jegliche Art von Einsparung sinnvoll, jedoch ist es von größerem Vorteil, bei Wassereinsparungen den Fokus auf Warmwasser zu legen, da der Energieverbrauch hier enorm viel höher ist. Dieser macht Schätzungen zufolge 12 % des Gesamtenergieverbrauchs eines Haushalts aus.

Unser Trinkwasserverbrauch

Durch ein bewussteres Verbraucherverhalten und den Einsatz moderner Technologien können Wasserverbrauch und -kosten deutlich verringert werden. Hier eine Auflistung unseres durchschnittlichen Verbrauchs pro Person und Tag laut dem BDEW:

  • 36 % für Baden, Duschen, Körperpflege
  • 27 % WC-Spülung
  • 12 % Waschmaschine
  • 6 % Geschirrspülen
  • 6 % Raum-/ Autoreinigung, Gartenbewässerung
  • 4 % Speisen und Getränke
  • 9 % Sonstiges

Tipps und Tricks zum Sparen und Umwelt schonen

Für den Alltag gibt es einige Tipps und Tricks, wie man hier ordentlich Geld sparen kann. Der höchste Tagesbedarf an Trinkwasser wird für das Baden, Duschen und die Körperpflege genutzt. Eine zehnminütige Dusche beispielsweise verbraucht nur etwa halb so viel Wasser wie ein Vollbad und man benötigt auch nur halb so viel Energie, um dieses zu erhitzen. Mit einem wassersparenden Duschkopf spart man laut einer Berechnung des Umweltbundesamts im Schnitt weitere 50 Cent pro Duschgang. Geht man von einer Dusche täglich aus, sind das gut 180 Euro pro Jahr und Person. Zum Vergleich: Ein Vollbad liegt kostentechnisch etwa zwischen 3,00 Euro und 3,70 Euro. Bei der WC-Spülung ist es beispielsweise ratsam, den großen (6 Liter) bzw. kleinen Knopf (3 Liter) gezielt zu verwenden und ggf. auch Spülvorgänge abzubrechen, sollte die ganze Wassermenge nicht benötigt werden. Defekte und leckende WCs oder Wasserleitungen sollten tunlichst repariert werden, um die damit einhergehende Wasserverschwendung zu unterbinden. Noch effektiver sind Einsparungen bei der Körperpflege: Dusche statt Bad und zwischendurch beim Einseifen, Zähne putzen und Hände waschen das Wasser abdrehen. Für unter 10 Euro erhält man zudem sogenannte „Durchflussbegrenzer“, die dem fließenden Wasser Luft beigeben. Somit behält der Wasserstrahl sein volles Volumen bei geringerem Wasserverbrauch. Bei Wasch- und Spülmaschinen wird dazu geraten, diese bei jeder Nutzung voll zu beladen. In manchen Fällen ist selbst die Neuanschaffung eines energieeffizienteren Gerätes von Vorteil. Die höchste Energieeffizienzklasse auf den EU-Energielabels ist die Klasse „A+++“. Beim Austausch von (Ur)Altgeräten amortisieren sich diese meist noch in ihrer Lebenszeit.

Bei diesen Tipps ist sicherlich für jeden etwas dabei, und so kann jeder seinen Teil beitragen.

Viel Spaß beim Sparen wünscht
Ihr Leysser-Team

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